Paul Hossfelds Photographien
– oder die Geometrie des Lichts:
Es sind einsame, unendlich leere Landschaften, die zu einem großen Teil
die Bildmotive in den Photographien von Paul Hossfeld bestimmen.
In den
Landschaftsaufnahmen des in Berlin und Frankreich lebenden Künstlers
assoziiert der Betrachter unmittelbar die Epoche der Romantik hinein.
Ist es doch der Bildaufbau der Photographien selbst, der an diese
Epoche der Kunstgeschichte erinnern lässt. Ging es in der Malerei der
Romantik immer auch um den Moment des Sublimen als wesentlichen
Bildinhalt, so lässt sich hier eine Parallele festmachen. Denn auch
Paul Hossfeld geht es nicht um das bloße Darstellen von etwas, was real
existent ist, sondern um den kontemplativen Moment an sich, auch wenn
sich dieser, anders als in der Romantik, nicht mehr als transzendentale
Naturerfahrung im religiösen Sinne verstehen will.
Die Landschaft als
Ort einer vermeintlichen Sehnsuchtsäußerung ist es, die sich hier mit
dem Blick in die Weite verbindet, so dass sich der Betrachter beinah
bis ins Unendliche in ihr verlieren kann.
In der Renaissance wurde mit der Einführung der Zentralperspektive eine
wesentliche Zäsur innerhalb der malerischen Bildkomposition
vorgenommen, und genau diese setzt der Künstler in seinen Bildern,
nicht nur in seinen Landschaftsaufnahmen, geschickt ein.
Denn zusätzlich zu ihnen hat Paul Hossfeld Bilder von Menschen und
industriellen, urbanen Orten geschaffen. Generell ist es die Frage nach
dem Realitätsbegriff, die von Paul Hossfeld in seinen Bildern
diskutiert wird. Sind es doch seine Portrait-, Landschafts-, Stadt- und
Industrieaufnahmen, die den Eindruck von zufälligen Momentaufnahmen
entstehen lassen und doch gleichzeitig auf die Inszenierung des
photographischen Blicks hin verweisen.
Man findet in vielen seiner Bildsujets ein durch Dunkelheit kontrastiertes
hervorgehobenes Licht,das mitsamt der vorgegebenen Form und Linienführung
des Dargestelltenauf einen Horizont verweist.
Dieser Rückgriff auf die Verwendung und Inszenierung von Licht ist es auch,
der eine gestalterische Verbindung zwischen allen Bildsujets schafft.
Ihnen gemeinsam ist die Verwendung von klassischen Bildkompositionen
der Malerei mit Fokus und Symmetrieachsen.
Alle hier genannten Aspekte zusammen ergeben eine
kompositorische Linienführung, die auf geometrischen Regeln aufbaut,
eine klare Formsprache zum Ergebnis hat und den Blick des Betrachters
in den Photographien Paul Hossfelds mitbestimmt.
Aboli Lion / 2008
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